Wer führt die SHK-Betriebe von morgen? - Stefan Ehrhard über Fachkräftesicherung, Nachfolge und neue Perspekti-ven für das SHK-Handwerk
Herr Ehrhard, interdomus Haustechnik engagiert sich in der Ausbildung, der Unternehmerentwicklung und für Frauen im Handwerk. Was verbindet diese Bereiche?
Die Zukunft des SHK-Handwerks entscheidet sich an den Menschen. Betriebe müssen Fachkräfte gewinnen und binden sowie Menschen auf Führungs- und Unternehmeraufgaben vorbereiten. Gleichzeitig gilt es, Erfahrungen und Kompetenzen von Frauen im Handwerk stärker sichtbar zu machen. Unsere Angebote verfolgen deshalb ein gemeinsames Ziel: Menschen stärken, die die Branche mitgestalten.
Viele SHK-Betriebe suchen eine Nachfolge. Was ist dabei die größte Herausforderung?
Die formale Übergabe ist nur ein Teil des Prozesses. Entscheidend ist, in die Unternehmerrolle hineinzuwachsen. Viele Betriebsnachfolger sind fachlich hervorragend ausgebildet. Für eine Unternehmerrolle braucht es jedoch mehr: Führung, wirtschaftliches Verständnis und die Fähigkeit, Verantwortung zu übertragen. Eine erfolgreiche Nachfolge endet deshalb nicht mit der Übergabe. Sie beginnt dort. Wer einen Betrieb übernimmt, muss lernen, das Unternehmen als Ganzes zu steuern.
Warum wurde aus der Next Generation Akademie die interdomus UnternehmerAkademie?
Der neue Name beschreibt genauer, wofür das Programm steht: die Vorbereitung auf unternehmerische Verantwortung. Die Umbenennung betrifft ausschließlich die bisherige Next Generation Akademie. interdomus Next Generation bleibt als eigenständiges Netzwerkformat bestehen. Die interdomus UnternehmerAkademie richtet sich dagegen an Menschen, die bereits Verantwortung tragen oder sich auf eine Unternehmerrolle vorbereiten. Im Mittelpunkt stehen Führung, Strategie, Unternehmenssteuerung.
Wie unterstützt die interdomus UnternehmerAkademie die Teilnehmenden konkret?
Die interdomus UnternehmerAkademie begleitet die Teilnehmenden über zwei Jahre. Sie verbindet fachliche Impulse, Coaching und Erfahrungsaustausch mit konkreten Aufgaben aus den Betrieben. Entscheidend ist die Umsetzung in der Praxis: Die Teilnehmenden reflektieren ihre Rolle, treffen Entscheidungen bewusster und setzen Veränderungen im eigenen Unternehmen um.
Wie unterschiedlich kann der Weg in die Unternehmerrolle aussehen?
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der bisherigen Jahrgänge zeigen, dass es keinen einheitlichen Weg gibt. Während Alexander Werland Verantwortung im elterlichen Betrieb übernahm, trat Christian Decker die Nachfolge in einem familienfremden Unternehmen an. Beide mussten ihre Rolle neu definieren und lernen, nicht nur im, sondern am Unternehmen zu arbeiten.
Bei den interdomus Haustechnik Cheftagen wurde erstmals das geplante Netzwerk für Frauen im Handwerk vorgestellt. Warum hat das Thema so viel Resonanz ausgelöst?
Der spontane Applaus, die vielen Gespräche im Anschluss und das große Interesse haben gezeigt, dass das Thema viele Betriebe bewegt. Dabei geht es nicht um ein separates Frauenthema. Es geht um die Zukunftsfähigkeit des Handwerks und die Frage, wie wir vorhandene Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven noch stärker einbinden können. Geplant ist eine Community, die Raum für Austausch und Vernetzung bietet. Frauen im Handwerk übernehmen bereits heute Verantwortung als Unternehmerinnen, Führungskräfte, Fachkräfte und Nachfolgerinnen. Wenn wir diese Erfahrungen stärker sichtbar machen und miteinander vernetzen, profitiert die gesamte Branche davon.
Wichtig ist uns, das Konzept gemeinsam mit den Frauen aus den Betrieben zu entwickeln. So stellen wir sicher, dass daraus ein Angebot entsteht, das an den tatsächlichen Herausforderungen und Fragestellungen der Praxis ansetzt.
Wie trägt das Lehrlingscamp zur Fachkräftesicherung bei?
Das Lehrlingscamp unterstützt Auszubildende fachlich und persönlich. In diesem Jahr kamen mehr als 40 Auszubildende aus ganz Deutschland zusammen. Praxisstationen, Austausch und gemeinsame Aktivitäten ergänzten das Programm. Die Auszubildenden erweitern ihr Wissen, gewinnen Selbstvertrauen und identifizieren sich stärker mit ihrem Beruf. Davon profitieren auch die Betriebe: Motivierte Auszubildende entwickeln sich zu den Fachkräften, die das SHK-Handwerk dringend braucht.
Was müssen SHK-Betriebe heute tun, um morgen erfolgreich zu sein?
Sie müssen Veränderungen aktiv gestalten. Dazu gehören klare Prozesse, wirtschaftliches Verständnis, der sinnvolle Einsatz neuer Technologien und eine zeitgemäße Führung. Unsere Angebote setzen an verschiedenen Stellen an: beim Einstieg in den Beruf, beim Weg in unternehmerische Verantwortung und bei der Vernetzung von Frauen, die das Handwerk bereits mitgestalten. Gute Technik allein führt keinen Betrieb. Entscheidend sind Menschen, die Verantwortung übernehmen und Unternehmen erfolgreich weiterentwickeln.
hansgrohe fördert Starter
In den nächsten fünf Jahren steht rund jeder dritte Handwerksbetrieb in Deutschland vor einer Betriebsübergabe. Mit dem neuen Partnerprogramm „Hans! StarterClub“ unterstützt hansgrohe die nächste Generation des SHK-Handwerks beim Schritt in die Selbstständigkeit. Der „Hans! StarterClub“ vermittelt praxisnahes Unternehmerwissen, bietet persönliche Unterstützung und fördert den Austausch unter angehenden und erfahrenen Unternehmern.
„Hinter jeder Betriebsgründung und jeder Unternehmensnachfolge stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen und den Mut haben, ihren eigenen Weg zu gehen. Diesen Weg möchten wir begleiten. Mit dem ,Hans! StarterClub‘ investieren wir nicht nur in einzelne Unternehmer, sondern auch in die Zukunft des SHK-Handwerks“, sagt Linda Auinger, Head of Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung der Hansgrohe Deutschland Vertriebs GmbH.
SHK-Frauenpower
„Was ist deine Superkraft im Job?“ Unter diesem Motto fand ein außergewöhnliches Event im Kaldewei Brand Space Berlin statt. Frauen aus verschiedenen Unternehmen der Sanitärbranche kamen zur Veranstaltung „Frauenpower“ zusammen, um ihre Erfahrungen, Erfolge und Visionen zu teilen und sich gegenseitig zu inspirieren. Veranstaltet von Elements, DUKA, Bär & Ollenroth und Kaldewei, setzte der Abend ein kraftvolles Zeichen für die Sichtbarkeit und Bedeutung von Frauen in der SHK-Branche.
Sandra Hunke, Deutschlands vielleicht bekannteste Handwerkerin in der Sanitärbranche, ermutigte die Teilnehmerinnen, ihren individuellen Fähigkeiten zu vertrauen, ihnen Anerkennung zu schenken und diese selbstbewusst in den Vordergrund zu stellen. „Meine Superkraft ist, dass ich an mich glaube und einfach mache. Genau das möchte ich auch anderen Frauen mitgeben: Traut euch etwas zu, geht euren eigenen Weg und lasst euch nicht davon abbringen. Frauenpower bedeutet für mich, gemeinsam stark zu sein, uns gegenseitig zu unterstützen und sichtbar zu machen, was wir Frauen im Handwerk leisten“, so Hunke.